Fründliche Scherereien


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Freisprecher

Heute ist Himmelfahrt. Ein komischer Tag, wenn man sich mal ernsthaft mit ihm auseinandersetzt. Jenseits von Schnapsleichen am Straßenrand und Handwagen mit Bierflaschen war er ursprünglich mal dazu gedacht, die Himmelfahrt von Jesus Christus in Erinnerung zu rufen. Das werden die meisten aber gar nicht mehr wissen. Wer war Jesus Christus? Hä? Ist das der nicht der, der vor 2000 Jahren diesen „Unsinn“ vom Umkehren und Frieden machen in die Welt posaunt hat? Und dann jämmerlich am Kreuz gescheitert ist, weil ein Mob von extatischen Menschen es so wollte? Was sind diese Christen eigentlich für merkwürdige Leute, die an so einen Versager glauben, die seine Botschaft von Vergeben und Frieden weitertragen und doch selbst so schrecklich unperfekt sind? Sie scheitern an sich selbst und gehen miteinander oftmals wie die Raubkatzen um. Die Kirchen sind voll von Verantwortlichen, die weder ihr eigenes Seelenleben noch ihre Machtansprüche im Griff haben, die dem Einfluss des Geldes mehr unterliegen, als dem eigentlichen Streben nach Frieden und Versöhnung. Immer mehr Menschen treten aus, weil sie schon lange keine Antworten mehr für ihre Sorgen im kirchlichen Umfeld finden. Ob das in Jesus Sinne gewesen wäre? Würde er, wenn er heute noch leben würde, nicht vielleicht genau die zur Umkehr rufen, die eigentlich am meisten von ihm wissen müssten? Würde er sie zu mehr Zuhören ermutigen, anstatt viel zu reden und am Ende doch nur sich selbst zu verwalten? Was würde Jesus heute von den Menschen hören, was würde er ihnen sagen?

Nie waren Menschen in unserer Gesellschaft so aufgeklärt wie heute. Nie war das Wissen um die Welt umfangreicher, nie zugänglicher und transparenter wie heute. In den Industrienationen hat das Internet den Zugang zu allen möglichen Weltanschauungen und neuen Erkenntnissen gebahnt. Was kann uns da eine Weltreligion wie das Christentum noch erklären?

Ein junger Mann erzählt in der Sendung „Freisprecher“ auf eins.plus „Ist mit dem Tod alles aus?“ über seine Erlebnisse in der Palliativpflege.

Himmelfahrt berichtet von der Reise hinter unseren Horizont. Es berichtet davon, dass es weitergeht nach diesem Erdenleben. Als wir vor einigen Monaten einen guten Freund verloren, hat uns der Glaube, dass er uns in der anderen Welt, auf der anderen Seite am Ende unserer Tage entgegenkommen wird, sehr getröstet. Jesus hat seine Freunde damals einen Blick in den Himmel werfen lassen. Auch das ist Sinn dieses Feiertages heute.

 

 

 

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