Fründliche Scherereien


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Phrasen

phrasendrescherei

wie geht’s dir denn? ach ja, ganz gut.

man schlägt sich durch

ja man braucht mut

das leben ist ja oft so schwer

geduld, geduld das wird schon wieder

kopf hoch und mach dich nicht so klein

schlag doch nicht gleich die augen nieder

so schlimm wird’s schon nicht sein

rom wurde nicht an einem tag erbaut

wirf doch nicht gleich die flint ins korn

schlau ist, wer immer nur nach vorne schaut

fängst einfach nochmal an von vorn

du musst nur mehr auf gott vertrauen

dann wird gleich alles leichter sein

du musst nur positiv ins leben schauen

und nicht so schrecklich pessimistisch sein

nach jeder nacht folgt neues licht

die sonne scheint nach jedem regen

jetzt sag nur noch, das glaubst du nicht

musst dich gedanklich einfach mehr bewegen

na komm, wer fällt muss aufsteh‘n

dein Weinen nützt hier gar nicht viel

probleme muss man sich nur anseh’n

und dann lösen schau so geht das lebensspiel

so gut gemeint dies reden ist

den richt‘gen ton trifft man so selten

denn wenn ich gar nicht weiß, was sache ist

dann trennen mich vom nächsten welten

ein lieber blick ein händedruck

sagt mehr als tausend worte

„Ich hör Dir zu.“ das ist genug

es öffnet manche herzenspforte

Tanja Fründ

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Für die grauen Tage

 

Glück ist meist nie von langer Dauer,

doch jede Sekunde voll von Glück hinterlässt eine Spur in unserem Inneren.

So wie Frederic, die Maus, Farben sammelt für den grauen Winter

und daraus Hoffnung erschafft für die anderen Mäuse,

so können auch wir Menschen

immer wieder kleine Portionen Glück

in unserer Seele anhäufeln.

Wenn schlechte Tage kommen, sollten wir wissen,

wo wir die Glückstage in unserem Seelenkämmerchen verwahrt haben.

Darum genieß das Glück, das Du findest, in vollen Zügen.

Umso stärker ist die Spur der Erinnerung, die es hinterlässt.

Auf diese Spur kannst Du bisweilen ausweichen, wenn schlimme Tage kommen.

Es macht die schlechten Tage nicht ungeschehen, aber es nimmt ihnen ein wenig von der Schwere.

und gibt Hoffnung, dass auch wieder Gutes auf Dich zukommen wird.

(Tanja Fründ)

 

 

An dieser Stelle möchte ich ein sehr schönes Lieder verlinken,

das schon uralt ist (Jonathan und Laurent) und diese Gedanken vom Farben sammeln aufnimmt.

„Farben für den Winter“

 

 

 


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Persönliche Größe

Man sagt von manchen Menschen,

sie seien stark.

Doch oft trügt der äußere Schein.

Nur der, der auch über innere Größe verfügt,

hält es aus, wenn das Leben an seiner Fassade kratzt.

Innere Größe nährt sich aus gewogener Toleranz,

selbstkritischem Verhalten,

Reflektionsfähigkeit

und Vergebungsbereitschaft.

Wenn das nicht vorhanden ist,

besteht die vermeintliche Stärke aus

Egoismus und Selbstverliebtheit

und gerät ins Wanken, wenn

Komplimente und Erfolge ausbleiben.

Rachsucht und Feindseligkeit sind die Folge.

Und am Ende bliebt die Einsamkeit und innerlich verzehrende Wut.

Vielleicht hat Jesus deshalb gesagt, wir sollen sieben mal siebzigmal vergeben.

Nicht damit die anderen billig entschuldet werden,

sondern damit wir loslassen und

Frieden schließen können.

(Tanja Fründ)

 


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Wenn ich mir die Welt anschaue….

Ein großes Ego geht oft einher mit viel Ahnungslosigkeit

und der fehlenden Bereitschaft, sich mit der Vielfalt der Welt

und ihren Abhängigkeiten auseinander zu setzen.

So halten sich die Dümmsten für die Größten,

blasen ihre kleine Welt auf,

begrenzen sie dann mit Mauern vor ihrem Tellerrand

und lassen ihr Ego wuchern,

bis es aus allen Nähten platzt.

Wenn es dann verpufft ist,

dürfen die Klugen die Scherben aufsammeln.

Das ist wahre Ungerechtigkeit.

Tanja Fründ

 


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Flash Mob

Neulich holte ich Kind 2 von der Schule ab. Beim Warten am Fahrradständer hatte ich den gesamten Schulhof gut im Blick. Es war Pause und es tobte das pralle Leben. Eine dicke Box beschallte den Pausenhof mit Mucke und Kinder und Pausenaufsicht in grell-orangener Bauarbeiterwarnweste tanzten zusammen den Gangnam-Style. Eltern blickten sich irritiert an. Einige schüttelten die Köpfe, andere wippten mit. Wir in Ostwestfalen sind nicht so spontan, wir würden uns niemals ohne 10-fache Aufforderung und 20 Gläsern Schnaps einer Street-Dance-Gruppe anschließen. Dazu brauchen wir eine mentale Ausnahmegenehmigung, ein Hinweisschild und eine Freistellungserklärung. 😉 Ich musste lange auf mein Kind warten. Als die Pause zu Ende war, kam ein völlig verschwitztes Grundschulkind bei mir an, warf atemlos seinen Ranzen auf die Erde, fuhr sich mit der Hand über die feuchte Stirn und rief: “ Stell Dir vor, wir haben heute in jeder Pause einen Flash Mob getanzt!“

Aha!

Was soll das sein? Schrubbertanz mit Break Dance Elementen? Ich war mir nicht ganz sicher, aber ich meine zu wissen, dass es sich dabei um ein getarnt zufälliges Aufeinandertreffen von mehreren Leuten z. b. in einer U-Bahn-Halle handelt, die gemeinsam aus der Masse heraus den Gefangenenchor von Nabucco anstimmen. Oder so, oder?

Wikipedia:

Der Begriff Flashmob (englisch flash mob; flash „Blitz“, mob „aufgewiegelte Volksmenge“ [von lateinisch mobile vulgus „reizbare Volksmenge“[1]]) bezeichnet einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen, bei denen sich die Teilnehmer persönlich nicht kennen und ungewöhnliche Dinge tun. Flashmobs gelten als spezielle Ausprägungsformen der virtuellen Gesellschaft (virtual community, Online-Community), die neue Medien wie Mobiltelefone und Internet benutzt, um kollektive direkte Aktionen zu organisieren.

Ich befragte mein Kind interessehalber, was es denn meinen würde, was ein Flash Mob sei. Die Antwort kam sehr präzise und sehr schnell: „Also Mama, das ist doch klar. Wir machen spontan einen Tanz auf dem Schulhof oder was anderes zusammen, wo jeder mitmachen kann.“ Mhm!

Es fuhr fort: „Außerdem machen wir das doch auch jedes Wochenende!“

„Was bitte machen wir jedes Wochenende?“ fragte ich sicherheitshalber noch mal nach.

„Na z. B. wenn wir am Wochenende einkaufen gehen, dann machen wir spontan mit vielen anderen Leuten das Gleiche. Wir kaufen ein. Jeder kann mitmachen!“ erklärte mir mein Kind.

Ah ja. Jetzt fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Wenn ich also am Wochenende morgens um 10.00 Uhr mit 500 aufgewiegelten Menschen bei Aldi an der Kasse stehe, dann ist das per Definition ein Flash Mob. Das einzige Kriterium, was noch fehlt, ist die Tatsache, dass ich mich mit keinem von den Anwesenden virtuell abgesprochen habe. Und die einzig ungewöhnliche Aktion, die ich anführen könnte, ist die Tatsache, dass es doch immer wieder Menschen gibt, die es mit einem Teil Ware in der Hand und dem Organ eines Händlers vom Hamburger Fischmarkt bis vorne an die Pole Position des Kassenbandes schaffen. Und die Schlange weicht verständnisvoll unter zustimmendem Gemurmelgesäusel. Eine ungewöhnlichere Aktion kann man von Ostwestfalen an einem Samstagmorgen bei Aldi nicht erwarten.

Jedenfalls nicht so, wie die folgenden Typen in München abgerockt haben: