Fründliche Scherereien

Antwort auf Martinas Post

Ein Kommentar

Eine liebe Mitbloggerin hat einen sehr schönen Text auf Ihrer Seite veröffentlicht, den ich an dieser Stelle verlinke und auf den ich nicht in einem Kommentar antworten, sondern einen eigenen Beitrag danebenstellen möchte:

Wann ist Frieden möglich?

Du sprichst mir aus der Seele, liebe Martina.

Krieg ist leichter zu haben als Frieden. Man kann daran hervorragend verdienen und wenn man anfängt, Leben wieder in wert und unwert einzuteilen, dann muss man sich auch nicht wundern, wenn es an allen Ecken und Enden der Erde brennt.

Ich glaube, dass nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland viel passiert ist zu diesem Thema. Es hat eine Aufarbeitung gegeben bis in die heutige Zeit, die uns 70 Jahre Frieden und Wohlstand gebracht hat. Es macht mir auch Sorge, dass diese Aufarbeitung offensichtlich als abgeschlossen betrachtet wird und nicht weitergeführt wird in ein verändertes stabiles Gesellschaftsbild. Ich frage mich, ob die Menschen in unserem Land wirklich friedensmüde und bequem geworden sind. Gleichzeitig sehe ich eine große Polarität in der Gesellschaft. Da gibt es die eine Gruppe, die bereit ist, sich anzustrengen und für die Gesellschaft zu arbeiten – Menschen, die die Barmherzigkeit und Beziehungsarbeit nicht scheuen und nur eine kleine Stimme in den Medien bekommen, so als sei Ihre Arbeit nicht weiter der Rede wert, wenn nicht gar selbstverständlich. Auf der anderen Seite bilden sich Gruppen, die lauthals grölend immer wieder die gleichen Schwarz-Weiß-Lösungen in die Welt brüllen, die wie Unkraut auf den Boden fallen und sich eifrig vermehren.

Ich würde zum Thema „das Denken in den Köpfen verändern“ sogar noch einen Schritt weitergehen  Wir alle sind so wie wir nunmal sind und machen Fehler. Vielleicht liegt im Christentum der Focus darum auch auf der Vergebung. Wer sich und anderen vergeben kann, wer Fehler nicht zurechnet oder aufrechnet, der hat vorher gelernt, dass er selbst nicht perfekt ist. Vergebung ist mehr ein Dienst an uns selbst als ein Dienst an dem anderen.  Das ist der Schritt, der einen am Ende dann wirlich weiterbringt.(Schade, dass ausgerechnet die Egoisten zu dieser Sichtweise so wenig Zugang haben ;-). Das Anstrengende daran ist, dass Vergebung nicht wie ein Feuerwerk explodiert und dann alles wieder rosarot ist. Die Wunden bleiben und sie heilen nur, wenn man sie nicht immer wieder aufreißt. Manchmal hilft nur Abstand, vielleicht sogar lebenslang. Vergebung ist ein langer Prozess ähnlich wie Trauerarbeit. Sie muss sich entwickeln. Bisweilen dauert es Jahre. Vergebung ist nicht leicht zu haben. Sie erfordert innere Arbeit, den Willen zum Frieden, Einsicht und dann Loslassen.Und natürlich hat Vergebung auch einen Preis: Man gibt Macht auf und gewinnt Frieden dafür. Vermutlich muss man sich da tatsächlich für die eine oder die andere Seite entscheiden?! Gibt es Macht, die zum Frieden dient? Bin gespannt auf Antworten.

 

 

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Ein Kommentar zu “Antwort auf Martinas Post

  1. Danke für den Link und Danke für deine Gedanken zu diesem Thema, die ich grandios finde. Ein Wort hat mich wie ein Hammerschlag getroffen bzw. ein Satz – eine Frage: Sind wir friedensmüde? Ich glaube, dass Problem ist, dass wir ihn für selbstverständlich halten. Die meisten von uns haben noch keinen Krieg in unserem Land miterlebt. Gott sei Dank, möchte ich sagen – und in der Tat liegt dort die Gefahr. Wir halten es für selbstverständlich, dass es immer so bleiben wird und glauben nicht, dass wir irgendetwas dafür oder dagegen tun können. Und da werde ich nicht müde, zu sagen: Doch, wir können und nicht nur das! Wir müssen sogar! Wenn wir den Frieden in unserem Land aufrechterhalten wollen, müssen wir alle mitarbeiten und mithelfen. Das Unkraut ‚auszuzupfen‘, das überall aufgeht, wird uns nicht gelingen. Doch es muss uns gelingen, es so niedrig zu halten, dass es nicht alles andere überwuchert!! – Ich werde jetzt einen Link zu deinem Post machen!! LG Martina

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