Fründliche Scherereien

Selbstfindung

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Wenn man ein gewisses Alter erreicht, dann beginnt die Bilanzierung: Bei dem einen früher, bei dem anderen später. Männer leisten sich nochmal ein neues Auto und/oder eine neue Frau, ein Motorrad, laufen Marathon und springen am Bungee-Seil in die Tiefe. Frauen schauen in den Spiegel, liften den ganzen Körper, leisten sich einen neuen Look und/oder den dazu passenden neuen Mann, gehen ins Kloster, fangen an zu malen oder esoterische Seminare zu besuchen. So weit zu den Klisschees. 😉

Nachdem wir uns damit also kurz befasst haben, können wir ja nun auch zum Wesentlichen kommen. Aber obacht: Was ist es dann das sogenannte Wesentliche im Leben, auf das man sich ja immer mal wieder beschränken sollte, weil es angeblich glücklich macht, weil es das Leben vereinfacht und den Stress rausnimmt? Schauen wir in diesem Zusammenhang mal auf das fründliche Kind 2.

Kind 2 (bald Schulkind) befindet sich im Moment in einer sehr wesentlichen Phase seines Lebens. Die sogenannte Will-nicht-mehr-in-den-Kindergarten-Phase baut sich kontinuierlich aus. Da wird am Morgen gezetert, was das Zeug hält, gemotzt und gebockt. Und ich glaube wirklich, dass echte Verzweiflung dahintersteckt. Wenn man so will, ist es ja auch so eine Midlife-Krise, eben für kleine Menschen. Und interessant ist es zu beobachten, wie schon das Kindergartenkind diese Phasen der Selbstfindung durchläuft.  Man ist jetzt schließlich Wer, gehört zu den Großen in der Peer-Group, man hat Ranzen und Straßenverkehrsunterricht. Man kennt den örtlichen Schutzmann mit Namen und weiß genau, wie Mama Auto zu fahren hat. Der Spiegel ist zur Zeit das wichtigste Spielzeug im Haus; dort kann man hüpfen und springen, Grimassen schneiden und Popo-Wackeln, vornehmlich wenn die Eltern es eilig haben. Aber wenn man ganz genau hinschaut, dann macht Kind 2 etwas ganz Einfaches und Wesentliches auf dem Entwicklungsschritt zum Schulkind vor allem in punkto Selbstfindung, von dem midlifecrisisgeschüttelte Menschen sich inspirieren lassen können. Kind 2 steht auf dem Weg der Selbstfindung höchst zufrieden vor seinem Spiegelbild und findet sich wortwörtlich: Gut! Punkt!!!

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4 Kommentare zu “Selbstfindung

  1. Herrlich, wie Du Dein Kind 2 wahr nimmst. Frag mich, ob meine Mama das auch so bei mir sah. Leider kann ich sie nicht mehr fragen und Du Tanja?

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  2. Liebe Eva, ich habe einfach Spaß daran, die Kinder jetzt und hier zu genießen, sie zu begleiten und zu sehen, wie sie ins Leben wachsen. Über mehr mache ich mir keine Gedanken, das füllt mich völlig aus. Natürlich haben wir andererseits auch viel Stress mit Terminen, aber ich habe gelernt, dass sowohl für mich als auch die Kinder wichtig ist, dass sie noch Zeit haben in sich und ihrer Welt zu versinken. Sie brauchen Zeit für sich allein, um all das, was tagsüber auf sie herinprasselt zu verarbeiten und eine gutes Gefühl für Belastungen und Ausgewogenheit zu bekommen. In unserer Gesellschaft ist so vieles möglich, dass man manchmal gar nicht weiß, wo soll man anfangen sich auszuprobieren. Und wenn man dann von Beschäftigung zu Beschäftigung rast, kann man selbst und viel weniger das Kind an sich, entscheiden: War das jetzt wirklich gut für micht oder hab ich es nur gemacht, weil es von mir erwartet wurde? Darin seh ich viele Parallelen zur Lebensmitte. Man kann einfach nicht alles haben, aber wenn man es schafft, das zu genießen, was man hat, dann geht es einem schon ziemlich gut. LG Tanja

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  3. Ich finde es toll, wenn man Kinder auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden begleiten darf. Sie durchlaufen dabei so viele unterschiedliche Phasen, doch immer ist es auch eine Selbstfindung. Und wenn Dein Kind sich momentan gut findet, dann ist sie auf dem besten Weg ein gesundes Selbsbewusstsein zu entwickeln.
    LG
    Astrid

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  4. In dieser Phase sind ‚wir‘ auch! 🙂 Ich musste wirklich schmunzeln – auch darüber, dass der Polizist, den dein Kind kennt, auch der ist, den mein Enkelkind kennt. 🙂 Den Ranzen gab es zum Geburtstag und im Kindergarten werden die Zahlen geschrieben – bis der Arzt kommt. Man ist unzufrieden, weil man immer noch mit den Kleinen spielen muss – aber zu den Großen gehört man auch noch nicht so richtig dazu. Das bemerkt man, wenn die große Schwester Besuch bekommt und man dann als die Kleine nicht mitspielen darf. Man sitzt zwischen den Stühlen und muss sich in der Welt der Großen erst einmal zurecht finden! – Aber die Kinder schaffen das!! — Schön war es am Freitag! Ja, du hast recht!!! Die Flüchtlingsfrauen so ausgelassen tanzen zu sehen, tat gut – ihnen und uns! — LG Martina

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