Fründliche Scherereien

Damals

3 Kommentare

Kann sich noch jemand an eine Welt ohne Computer erinnern? Als ich in die Ausbildung ging, da standen vereinzelt noch mechanische Schreibmaschinen zum Betrieb bereit. Aber eigentlich war die elektronische Wende schon vollzogen. Ich hatte darüberhinaus das Glück auf eine sehr moderne Schule zu gehen, die für Textverarbeitung mit sehr guten Bildschirmschreibmaschinen ausgestattet war. So weit so gut. Doch ein einzelnes Schätzchen aus dem Anfängen der telekommunikativen Vernetzung stand in einem Büro meines Ausbilidungsbetriebes den mechanischen Schreibmaschinen sowohl in der Lautstärke als auch in der Handhabung in nichts nach. Es handelte sich dabei um ein Telex-Gerät. Ein riesenhaftes Teil, in das zunächst ein natürlich möglichst kurzer Text eingegeben wurde, der daraufhin einen Lochstreifen erzeugte. Dieser Lochstreifen musste in ganz bestimmter Weise wieder vorne eingespannt werden und ratterte dann, wenn man es richtig gemacht hatte, den Text in die Welt hinaus. Wenn man ihn falsch herum eingespannt hatte, ging ein nicht lesbarer Text mit lautem Getöse und dabei ziemlich kostenintensiv ins Weltgeschehen. Dieses Telexgerät war eine Höllenmaschine, die einen erst mit schwer zu drückenen Tasten in den Wahnsinn trieb und danach beim Versenden ein leicht erdbebenartiges Rumoren veranlasste, welches Kaffeetassen überschwappen lassen konnte. Unterhalten konnte man sich nebenbei auf keinen Fall. Ein großes schwarzes Ungetüm war es, von zwei erwachsenen Männern kaum zu schleppen und von noch weniger Leuten im Unternehmen zu bedienen. Ich war eine der letzten Expertinnen, die noch wussten, wie man einen Lochstreifen erzeugte und ihn in lesbaren Text umwandelte. Die Maschine und mich verband eine kleine Hassliebe, waren wir doch auf unsere Art Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts jeder für sich eine Rarität und zusamnen einfach unschlagbar. 😉

Auf der Seite Techniktagebuch findet sich ein Beitrag, der diese Erinnerung in mir ausgelöst hat. Viel Spaß beim Lesen!

August 1972. Als das Computerpaper vielerei Funktionen hatte…

 

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3 Kommentare zu “Damals

  1. Lach!! Da ich ein paar Donnerstage älter bin als du 🙂 kann ich mich sehr gut erinnern. Meine ersten Texte schrieb ich auf einer rieeeeesigen mechanischen Schreibmaschine – natürlich mit Kohlepapier für die Durchschrift. Damals zog frisch ein Fotokopierer ins Büro ein. Der Mechanismus war aber anders als heute – das Original wurde zunächst in das Gerät eingezogen und dann kam die Kopie! Pech nur, wenn der Einzug nicht richtig funktionierte. Genau das ist passiert – damals in der Ausbildung. Ich sollte schnell und dringend eine fertig geschriebene Seite kopieren – und kam mit Papierschnipseln zurück. Meine Kollegin war nicht begeistert! — Später kam dann der Lochstreifen und noch viiieeel später das Faxgerät!! Aber der Höhepunkt war für mich das Schreiben einer Matritze, die dann – ebenfalls mechanisch – vervielfältigt wurde! — Danke für die Erinnerung an alte Zeiten! LG Martina

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  2. Liebe Tanja,
    ich kann mich ebenfalls noch genau erinnern. Meine Arbeiten beim ersten und zweiten Staatsexamen schrieb ich noch auf einer Schreibmaschine. Zuerst benutzte ich eine mechanische Schreibmaschine, doch im Studium bekam ich dann eine elektrische Kofferschreibmaschine und später sogar eine elektrische Büroschreibmaschine mit Kugelkopf. Das war schon was ganz Tolles für mich damals. Kennst Du noch die Tipex-Blättchen, wenn man sich verschrieben hatte. Es war total ärgerlich, wenn man sich bei den letzten Zeilen auf einer Seite vertippte.
    Mein Mann lernte in seinem Studium z.T. auch noch das Programmieren der Lochstreifen.
    Wir sind schon ganz schön nostalgisch, oder? War aber trotzdem eine schöne Zeit.
    Ganz liebe Grüße
    Astrid

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  3. Liebe Tanja,
    ich lernte noch auf einer mechanischen Schreibmaschine das Maschine schreiben blind, schnell und kraftvoll. Dann bekam die Schule Gott sei Dank elektrische Schreibmaschinen. Im Betrieb erst noch Beides, dann kam die Bildschirmmaschine und dann der PC. Schreibe zur Zeit meist mit tablet und tippe mit einem Finger. Gestern habe ich mir eine Tastatur dazu gekauft und Oh Himmel, ich kann wieder mit 10 Finger schreiben. Das war wieder ein schönes Gefühl. Liebe Grüße Eva

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