Fründliche Scherereien

Wetterbericht

7 Kommentare

Seit Tage verfolgen wir mit Hochspannung den Wetterbericht. Nicht nur, weil unsere Kinder dringend wissen wollen, ob es noch mehr Schnee gibt, ob er wohl bleibt und ob es wohl hoffentlich nicht taut. Nein, wir haben ein neues Wort für uns entdeckt und die Wetterfrösche lassen es mindestens 5 x in den paar Minuten, die ihnen auf der Leinwand zur Verfügung stehen, fallen. Es ist ein Wort, dass ich so in den ganzen 40 Jahren, die ich nun schon Wetterbericht sehe und höre, noch nie in dieser Vehemenz vernommen habe. Wir kennen sie ja mittlerweile alle, die Begriffe aus der Meteorologie: die Tiefs mit Namen, die Hochs mit Namen, die Strömungen, die Tornados (die neuerdings auch ein- zweimal im Jahr und mit beachtlichem Medienrummel über Deutschland hinwegfegen), die Blizzards, die wir dringend auch aus Kanada noch benötigen, die Tiefstemperaturen auf dem Kahlen Asten und auf der Zugspitze, wo sich kein normaler Mensch im Alltagsgeschehen aufhält. Dazu kommen noch die heißesten Orte unter der Erde, die dramatischen Regenfälle auf den Quadratmeter, die vorausgesagten Springfluten, die trotz höchstem Medienrummel dann doch nicht eintreten und so weiter und so fort.

Wo war ich? Ach ja, das besondere Wort der letzten Tage wollte ich ja noch kundtun:

Luftmassengrenze

Wir bewegen uns seit Tagen offenbar in einer Wetterkuriosität sondergleichen. Wobei ich als Otto-Normalverbraucher irgendwie nicht erkennen kann, warum das fünfzigmal am Tag wiederholt werden muss. Aber es klingt so schön dramatisch. Wetterströmungen liefern sich einen Kampf an der Luftmassengrenze, keiner will nachgeben. Es strömt aneinander vorbei, was das Zeug hält und lässt einen Teil von Deutschland teilhaben an warmen Temperaturen und einen anderen an kalten Temperaturen. So weit, so gut, und so normal. Und mehr auch nicht. Deutschland befindet sich also seit Tagen in einer stabilen wettertechnischen Seitenlage. Und morgen ist der Winter wieder vorbei. Basta.

Früher in der Drehscheibe, da hängten die Moderatoren so niedliche Magnetwolken und Sonnen an die Deutschlandkarte. Heute ist der Wetterbericht ein multimediales Spektakel, dass sich wie ein Gewittersturm innerhalb von 3 Minuten über den Zuschauer entlädt. Oft habe ich Sorge um die Moderatoren, die ohne Luft zu holen runterrattern, was das Zeug hält und dabei eben auch noch so schwierige Wörter wie Luftmassengrenze mit einbauen. Aber Zeit ist Geld. Wenn man also den Wetterbericht nun auch noch ein bißchen aufpolieren würde, beispielsweise indem man ihn von Götz Alsmann schnellsprechen ließe, dann könnte man diese Rubrik journalistischen Hochgenusses noch zu einem echten Entertainment machen. Dann wäre egal, wie das Wetter wird, hauptsache es hat Spaß gemacht und war dramatisch.

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7 Kommentare zu “Wetterbericht

  1. Da werde ich heute Abend wohl mal mitzählen müssen, wie oft dieses Wort auftaucht. Ich gestehe, ich habe heute noch nicht auf den Wetterbericht geachtet. Ich habe lediglich in meinem Handy nachgeschaut wie die Temperaturen heute und in den kommenden Tagen sein werden und ob es weiterhin Schnee gibt. Ich finde nämlich, es ist schön, dass er da war, aber er darf jetzt gerne wieder gehen.
    Ich finde es passiert in der Welt schon genug, da muss man das Wetter nicht noch unnötig dramatisieren. Aber so ist das eben in den Medien. Irgendwie muss Interesse geweckt werden und das tut man meist mit irgendetwas, das ungewöhnlich ist oder scheint.
    LG
    Astrid

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    • Liebe Astrid, diese Luftmassengrenze, die ich gestern in jedem Wetterbericht mind. dreimal gehört habe, zieht sich nur durch Norddeutschland vorzugsweise in OWL, wo es in den Lokalnachrichten von Wettermeldungen nur so wimmelte. 😉 LG Tanja
      Und vermutlich hat sich dieses Wetterdings heute auch schon wieder aufgelöst, wie das halt so ist, mit wichtigen Unwichtigkeiten.

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      • Ach Tanja, ich habe ganz vergessen Dir zu erzählen, dass Prof. Konfusi zu Silvester mit einer Entführung konfrontiert wurde. Du wolltest doch wissen, wie er ins Neue Jahr gekommen ist. Vielleicht interessiert Dich die Geschichte.
        Sei herzlich gegrüßt
        Astrid

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    • Hey das finde ich gut, dass Professor Konfusi wieder unterwegs war. 😉 Das werde ich gleich mal lesen. LG Tanja

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  2. Auf dieses Wort werde ich gleich beim Wetterbericht achten!!! Lach!!! Unsere Enkel hoffen auch auf weiterhin Schnee – ich bin froh, wenn es ab morgen wieder wärmer wird und die Straßen und Gehwege nicht mehr vereist sind!!! Liebe Grüße übern Berg! Martina

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  3. Liebe Tanja,
    das solltest Du bei den Wetterfröschen posten! Allen ernstens. Diese Luftmassengrenzen sind spannend, bei Eis und Schnee ist es dann schon wie beim Roulette. Liebe Grüße Eva

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