Fründliche Scherereien

Getragen vom Wind

2 Kommentare

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Sie steh’n im Wind hoch über’m Deich

Ihr Flügelschlag trägt sie unendlich weit

Begeistert schau ich zu

Frei sein wie die Vögel am Meer

so grenzenlos frei, das wünsche ich mir.

(Theophiles 1971 – 1986, „Getragen vom Wind“)

 

Es ist ein Lied einer christlichen Popgruppe aus den 70/80erJahren, das in einem wunderschönen Satzgesang die Ursehnsucht nach der Freiheit beschreibt. Abheben, loslassen, mit nichts verbunden sein und von nichts gebunden. Es kann nur diese Sehnsucht sein, die einen Drachenflieger dazu antreibt sich von einem Berg oder einer künstlich angelegten Laufbahn erst in die Tiefe zu stürzen und dann in die Höhe zu steigen.  So ganz einfaches Loslassen gibt es hierbei aber wohl doch nicht. Der Wind muss stimmen, die Körperhaltung muss stimmen, der Drachen gut gespannt sein. Wir Menschen müssen uns wohl anstrengen, um loslassen zu können und viel Arbeit leisten, um uns ein paar Minuten oder Stunden frei und unabhängig fühlen zu können.  Ein fieser Widerspruch ist das, will ich meinen. Und doch kein Vogel hat das Fliegen ohne Mühe gelernt. Es liegt ihnen im Blut, aber fällt es ihnen dadurch leicht? Auch sie müssen es lernen. Loslassen heißt sich etwas trauen, verletzbar werden, den Boden unter den Füßen verlieren, Neuland betreten. Kein neuer Anfang ohne auch etwas loszulassen. Doch wer es schafft, der wird belohnt. Viele Astronauten berichten, dass sie ein anderer Mensch geworden sind, haben sie einmal die Erde aus dem All betrachtet. Ihre Verletzlichkeit, ihre Einzigartigkeit, ihre Vielfalt und das Leben, das sie beherbergt.

 

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2 Kommentare zu “Getragen vom Wind

  1. Liebe Tanja,
    ja Loslassen bedeutet immer auch ein neuer Anfang. Nicht immer ist dieser Anfang leicht und gerade dann sollte man nicht den Boden unter den Füßen verlieren. Doch manchmal hilft es Dinge aus einem gewissen Abstand zu betrachten und einen Überblick zu erlangen.
    Flieger schwärmen immer von diesem Erlebnis, den unendlichen Weiten und der Schönheit unserer Erde.
    Für das Drachenfliegen würde mir der Mut fehlen. Ich bin immer schon froh, wenn ich nach einer Flugreise (und erst recht nach einem Langstreckenflug) wieder festen Boden unter den Füßen habe. Ich brauche irgendwie diese Sicherheit.
    LG
    Astrid

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  2. alles Gute für Heute

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