Fründliche Scherereien

Berlin (2) Naturkundemuseum

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Wie schon berichtet, ist es unglaublich heiß in Berlin. Was liegt da näher, als das eine oder andere klimatisierte Museum zu besuchen? Wir haben immer ziemliches Glück und müssen nie anstehen. Das einzige Museum, das wir tatsächlich auf unserer To-Visit-Liste haben, ist das Naturkundemuseum. Der Weg von der U-Bahn-Station ist nicht weit. Es wird kräftig gebaut. Nicht alle Abteilungen sind daher zugänglich, aber das macht nichts. Das Haus ist so groß, dass wir gut gerne auf die Besichtigung von ein paar Räumen verzichten können. Eigentlich wollen wir da auch nur hin, um einmal der Welt größtes aufgebautes Dinosaurierskelett zu sehen. Und das ist groß! Es ist unvostellbar, dass es diese Giganten einmal gegeben hat.

 

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Überhaupt gewährt das Museum tiefe Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Erde, wissenschaftliche Methoden zur Bestimmung von Gesteinen, Kontinentalverschiebungen, präparierte Tierarten, über die Verfahren und die Praxis der Präparation. Das muss man nicht gutfinden, trotzdem darf man nicht vergessen, dass jahrhundertelang das Auseinandernehmen und Konservieren von Körpern die einzige Möglichkeit war, überhaupt etwas zu erfahren und zu lernen über die verschiedenen Spezies, die sich auf der Erde so tummeln. Was mich immer wieder an Museen fasziniert, ist die ungeheure Masse an Wissen und Erkenntnissen, die dort zusammengetragen und bewahrt wird. Jedes der ausgestellten Stücke ist untersucht worden, begutachtet und eingeordnet, katalogisiert und verwahrt. Und wie im Wachsfigurenkabinett steht man Auge in Auge mit dem schwarzen Panther oder dem Gorilla, die so lebensecht wirken, als würden sie gleich ihre Schauvitrine verlassen. Es ist nicht möglich bei einem einzigen Besuch, jedes einzelne Exemplar anzusehen.

 

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Dieses Flusspferd ist allerdings keine Präparation. Trotzdem lebensecht und sehr beeindruckend.

Was mich am meisten schaurig fasziniert, ist der kühle riesige Raum, in dem alle möglichen Sorten von Fischen und ggf. auch anderen Lebewesen in Gläsern (eingelegt in Formaldehyd vermute ich) zu sehen sind. Eine Sammlung von Exponaten, meterhoch in Glaschränken verwahrt und beleuchtet, erinnert mich schlagartig an die Mysterienabteilung bei Harry Potter.

 

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Das Museum ist nicht teuer und allein der Anblick des Riesendinos ist einen Besuch wert. Dazu kommen die schönen alten gediegenen Räume, in denen ausgestellt wird. Alles in allem ist es ein lohnender Besuch, der auch für Kinder nicht langweilig ist.

 

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4 Kommentare zu “Berlin (2) Naturkundemuseum

  1. Der Dino ist wirklich seeeehr groß! Die Aufnahme zeigt es ganz ausgezeichnet. Es ist wirklich unglaublich, dass sie hier waren – so ganz ohne uns!! 🙂 Die Dinosaurierspuren in Barkhausen zeigen ja nur die Fußabdrücke. Welch gigantische Masse dahinter steht, sieht man ja nicht – man kann es nur erahnen! Vor diesem Skelett zu stehen ist sicherlich etwas Besonderes. Aber diese vielen Gläser?! Müssen die auch von Zeit zu Zeit abgestaubt werden??? Lach!!! Das Museum scheint wirklich beeindruckend! Einen schönen Sonntag! Martina

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    • Liebe Martina, genau das habe ich auch gedacht. Aber du wirst es nicht glauben: Die Scheiben und die Gläser sind so sauber, dass man meint, man könnte durch das Glas hindurchfassen und sie berühren. Auch die anderen Exponate sind in solchen Vitrinen ausgestellt. Für jemanden, der nicht mal gern die eigenen Fenster putzt, eine Horrorvorstellung. 😉 LG Tanja

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  2. Soll ich ehrlich sein? Bei Lebewesen oder deren Teile, die in Gläsern eingelegt sind, gruselt es mich immer ein wenig.
    Auch um „ausgestopfte“ Tiere mache ich gerne einen riesigen Bogen 🙂
    LG
    Astrid

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  3. Liebe Astrid, das kann ich gut verstehen. Ach bei mir herrscht immer eine Spannung zwischen Lernen und Begreifen-Wollen und gruseligem Schaudern. Aber ich denke, es ist schon realistisch sich vor Augen zu halten, dass vieles, was wir heute wissen, über Forschungsmethoden erarbeitet werden musste, die wir heute im Computerzeitalter nicht mehr anwenden müssen. Wissenschaft ist nicht immer nur heroisch schön. Das habe ich auch gelernt. Ich habe eine solche Vielfalt von Exponaten noch nicht gesehen. LG Tanja

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