Fründliche Scherereien

Freisprecher

5 Kommentare

Heute ist Himmelfahrt. Ein komischer Tag, wenn man sich mal ernsthaft mit ihm auseinandersetzt. Jenseits von Schnapsleichen am Straßenrand und Handwagen mit Bierflaschen war er ursprünglich mal dazu gedacht, die Himmelfahrt von Jesus Christus in Erinnerung zu rufen. Das werden die meisten aber gar nicht mehr wissen. Wer war Jesus Christus? Hä? Ist das der nicht der, der vor 2000 Jahren diesen „Unsinn“ vom Umkehren und Frieden machen in die Welt posaunt hat? Und dann jämmerlich am Kreuz gescheitert ist, weil ein Mob von extatischen Menschen es so wollte? Was sind diese Christen eigentlich für merkwürdige Leute, die an so einen Versager glauben, die seine Botschaft von Vergeben und Frieden weitertragen und doch selbst so schrecklich unperfekt sind? Sie scheitern an sich selbst und gehen miteinander oftmals wie die Raubkatzen um. Die Kirchen sind voll von Verantwortlichen, die weder ihr eigenes Seelenleben noch ihre Machtansprüche im Griff haben, die dem Einfluss des Geldes mehr unterliegen, als dem eigentlichen Streben nach Frieden und Versöhnung. Immer mehr Menschen treten aus, weil sie schon lange keine Antworten mehr für ihre Sorgen im kirchlichen Umfeld finden. Ob das in Jesus Sinne gewesen wäre? Würde er, wenn er heute noch leben würde, nicht vielleicht genau die zur Umkehr rufen, die eigentlich am meisten von ihm wissen müssten? Würde er sie zu mehr Zuhören ermutigen, anstatt viel zu reden und am Ende doch nur sich selbst zu verwalten? Was würde Jesus heute von den Menschen hören, was würde er ihnen sagen?

Nie waren Menschen in unserer Gesellschaft so aufgeklärt wie heute. Nie war das Wissen um die Welt umfangreicher, nie zugänglicher und transparenter wie heute. In den Industrienationen hat das Internet den Zugang zu allen möglichen Weltanschauungen und neuen Erkenntnissen gebahnt. Was kann uns da eine Weltreligion wie das Christentum noch erklären?

Ein junger Mann erzählt in der Sendung „Freisprecher“ auf eins.plus „Ist mit dem Tod alles aus?“ über seine Erlebnisse in der Palliativpflege.

Himmelfahrt berichtet von der Reise hinter unseren Horizont. Es berichtet davon, dass es weitergeht nach diesem Erdenleben. Als wir vor einigen Monaten einen guten Freund verloren, hat uns der Glaube, dass er uns in der anderen Welt, auf der anderen Seite am Ende unserer Tage entgegenkommen wird, sehr getröstet. Jesus hat seine Freunde damals einen Blick in den Himmel werfen lassen. Auch das ist Sinn dieses Feiertages heute.

 

 

 

Advertisements

5 Kommentare zu “Freisprecher

  1. Ein kleines bisschen Zynismus tut manchmal gut! Du hast so recht! Ich werde gleich noch den Link bemühen und schauen, was sich dahinter verbirgt. Schön, dass dein kritischer Post so endet, wie er endet: Positiv – trotz des kritischen Blicks auf die Christenheit. Ja, was würde Jesus uns heute sagen. Vielleicht: Viel habt ihr in 2000 Jahren nicht dazu gelernt. LG Martina

    Gefällt mir

  2. Ja ich gebe zu, dieser Beitrag war eher untypisch für mich. Und ich habe auch nix gegen Feierei. Im Gegenteil: ich feier auch sehr sehr gerne. 😉 Nicht dass einer denkt, ich hätte was gegen Bollerwagenfahrer. Jeder, wie er mag und wie er’s verträgt. 😉 Und was die Kirchen angeht: Nobody’s perfect. Aber wer mit großen Anspruch daherkommt, muss sich auch an diesen Ansprüchen messen lassen. Und da liegt eben doch oft einiges im Argen. Manchmal ärgere ich mich halt auch mal, trotz des Humors, den ich eigentlich habe und mit dem mich schon so manche Hürde im Leben gemeistert habe. LG Tanja

    Gefällt mir

  3. Ich denke, Jesus würde uns seine Botschaft der Nächstenliebe, wie er sie in der Bergpredigt dargelegt hat, wieder ans Herz legen. „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!“ Was ist aktueller als dieser Satz?!
    LG
    Astrid

    Gefällt mir

  4. Ja das denke ich auch. Aber nichts ist schwerer, es bedingt einen Perspektivwechsel, der nicht allen Leuten leichtfällt. Andererseits gibt es eben auch viele Leute, die sich selbst gar nicht mögen und von daher auch andere nicht respektvoll behandeln. An diesem einfachen Satz haben sich schon so manche Menschen die Zähne ausgebissen und sich abgearbeitet. 😉 LG Tanja

    Gefällt mir

  5. Hallo Tanja, es ist nur traurig, dass die meisten Mitbürger sich in keinster Weise mit dem Hintergrund dieses Feiertags beschäftigen. Je jünger sie sind, um so schlimmer ist es. Ich finde es schön, dass durch solche Beiträge dieser Tag vielen wieder ins Gedächtnis gerufen wird. Herzliche Grüße Eva

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s