Fründliche Scherereien

Der dumme August und seine Verwandten

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Was ist eigentlich das Besondere an einem Clown? Klar: er hat eine rote Nase, ein weiß geschminktes Gesicht, eine viel zu weite karierte Hose, eine übergroße Jacke und Schuhe, in denen man Hunde baden könnte so groß. Er hampelt wild herum, er torkelt und säuselt, er macht all das, was man seinen Kindern verbietet, er tut doof und ist doch schrecklich schlau, er tappt in jedes Fettnäpfchen, ist frech und frei und forsch…

Doch wer sein Kind mit in den Zirkus nimmt und sagt:“Schau mal, gleich kommen die Clowns, das wird lustig.“ der kann eine Überraschung  erleben. Viele Kinder mögen die wilden Männer auf dem Drahtseil überhaupt nicht. Die Haare, die Grimassen, das gefährliche Schwanken, das Freche….viele bekommen sogar richtig Angst und verstecken sich. Sie mögen es auch nicht, wenn die Clowns durch die Zuschauerreihen laufen.

Doch dann gibt es die Klinikclowns, die soviel Freude in das Leben ihrer kleinen Patienten und bestimmt auch der Eltern bringen, die endlich neben allem Schweren auch wieder ein Lächeln im Gesicht ihrer Liebsten sehen.

Was mich an Clowns fasziniert, ist die Vielseitigkeit und ihr Facettenreichtum, die Kunst, die Pointe zu treffen. Längst gibt es sie nicht nur weiß geschminkt mit roter Nase und Lockenperücke. Sie persiflieren das Leben, sie verdrehen das Tragische ins Komische, sie trösten, sie weinen, geben sich der Melancholie hin (man denke nur an Pierrot, den Clown mit der Träne im Gesicht, der so wunderschön aber auch so schrecklich deprimiert ist). Die Kunst bei der Clownerie ist vielleicht einerseits den Klamauk nicht zu überschreiten und andererseits genau diesen Klamauk zu machen. Clowns rühren an das Zwiespältige. Sie übertreiben, bis man es nicht mehr aushält. Sie sind geheimnisvoll. Clowns müssen sich immer neu erfinden, appelieren an das Kind im Menschen und trösten den Erwachsenen. Solange es einen dummen August gibt, muss auch der Rest der Welt noch nicht verzweifeln. 😉

Ursus und Nadeschkin

Ursus und Nadeschkin über Clowns

 

 

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3 Kommentare zu “Der dumme August und seine Verwandten

  1. Mein Vater konnte sich immer unglaublich über den ‚dummen August‘ amüsieren. Ich sehe ihn gerade vor mir, wie er sich schüttelt vor Lachen und sich dabei auf sein Knie haut. Vielleicht war das auch der Grund, dass ich den Clown als Kind mochte. Da ich aber nicht so der Fan des Zirkus bin, habe ich nur selten Gelegenheit, einen Clown zu sehen. Danke für deine Ausführungen zum ‚dummen August‘! LG Martina

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  2. Den Clown August sehe ich jeden Tag, wenn ich meinen Hauswirtschaftsraum betrete. Dort hängt nämlich ein Bild, ein Erbstück von Tante Leni, von der ich in einer meiner Geschichten erzählt habe. Ich finde es schade, wenn ein Clown Kinder in richtige große Angst versetzt. Da sind die Clowns in Krankenhäusern einfühlsamer.
    Wir alle drei haben eigentlich immer Clowns gemocht, allerdings waren wir schon lange nicht mehr im Zirkus, aber manchmal bin ich versucht wieder einmal einen zu besuchen.
    P.S. Ich werde Deinen Artikel unter meiner Geschichte verlinken.
    LG
    Astrid

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