Fründliche Scherereien

Öffentliche Verkehrsmittel – heute und damals

2 Kommentare

Es ist ein paar Jahre her, na gut, es ist über 20 Jahre her, da waren mein Mann und ich das erste Mal auf Kreta. Diese Insel hat uns gepackt und wir haben sie danach noch 2 x bereist. Erst haben wir den Osten erkundet, dann die Westseite der Insel. Die 3. Reise ging dann in die Nähe von Heraklion und war mit Abstand die chaotischste. Aber das ist eine andere Geschichte. Was ich eigentlich erzählen wollte:

Schon damals gab es in Deutschland Fahrkartenautomaten für den Bus. Und man löste auch damals schon nicht mehr unbedingt beim Busfahrer. Aber wenn man beim Busfahrer lösen musste, dann verlief es überwiegend knurrig. Zumindest wenn man nicht die 2,86 DM nicht passend als Kleingeld dabei hatte. Ich hatte jedenfalls fast immer das Glück auf diese miesepetrigen Busfahrer zu treffen.

In Kreta erlebten wir auf unseren Linienbusfahrten das genaue Gegenteil. Die Busmannschaft, die uns mit halsbrecherischem Tempo über die New Road (davon gibt es nur eine auf Kreta) kutschierte, bestand aus zwei Männern. Der eine saß hinter dem Steuer bei weit geöffnetem Fenster, durch das die heiße Luft nur so hereinschoß. Der andere war ein gut gelaunter Schaffner mit einer großen Tasche, der nach dem Einsteigen alle Fahrgäste nach ihrem Ziel fragte und abkassierte. Er sang bei den großen griechischen Schlagern, die aus dem Radio dröhnten, lautstark mit, während der Bus sich in die Kurven legte und jede Rotphase von Ampeln absolut frei interpretierte.  Mit freundlichem lautstarken Gröhlen wurde jede nächste Haltestelle durch den Bus gebrüllt. Der Ort „Chersonissos“ z. B. klang wie ein Befehl, dem man unbedingt und sofort Folge zu leisten hatte. Im Nachhinein würde ich sagen, auf keinen, aber auch gar keinen Fall dort aussteigen, jedenfalls nicht, wenn man typisches Kreta erleben möchte. Das findet man in diesem Ort garantiert nicht. (Busfahren auf Kreta ist übrigens nichts für Kleingeister und/oder Weicheier. Wichtigstes Bauteil am kretischen Automobil: die Hupe. Wichtigste Charaktereigenschaft eines Verkehrsteilnehmers: rasante Fahrweise bei offenen Fenstern, Missachtung aller handelsüblichen Verkehrszeichen und wildes Gestikulieren).

Auffällig war damals (und ich hoffe doch sehr, es ist heute noch genauso) die unbedingte Kinderfreundlichkeit der Kreter. Kinderwagen wurden höchstpersönlich als erstes ausgeladen, mit Schäkereien bedacht (wohlgemerkt Mutter und Kind) und danach!… ja dann durfte der Rest der Fahrgäste aussteigen.

Tja so war das vor 20 Jahren in Griechenland.

Wie es heute ist? Keine Ahnung! Aber ich habe in einem Blog gelsesen, der hat darüber geschrieben, welches Abenteuer Zugfahren in Schottland bedeuten kann. Ich glaube aber, dass das nicht nur in dort passieren kann. Wem der Sinn nach einer technisch hochentwickelten Chaosfahrt steht, der darf jetzt genau hier weiterlesen. Viel Spaß damit! Und vielen Dank an die Schreiber des „Techniktagebuches“!

Zugfahren heute in Schottland – Wie löse ich ein Ticket?

 

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2 Kommentare zu “Öffentliche Verkehrsmittel – heute und damals

  1. Hallo Tanja,
    ich erinnere auch an eine chaotische Verkehrssituation und zwar in Neapel. Losfahren und hupen ist hier das Motto. Ich habe Peter bewundert wie er dort zurecht kam. Ich würde wahrscheinlich heute noch mit dem Auto am Straßenrand stehen und warten bis mich jemand in den fließenden Verkehr einfädeln lässt.
    Ich habe wieder gerne bei dir gelesen.
    LG
    Astrid

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  2. Diese knurrigen Busfahrer kenne ich ALLE!! Kein Wunder, denn deine Busfahrer waren ja auch meine!!! Ich hatte mein Geld auch immer passend in der Hand oder eine Monatskarte. Geknurrt haben sie dennoch. Besonders der eine! Er war wirklich unbeliebt bei den Mitfahrenden. Es muss an der südlichen Mentalität oder der immer scheinenden Sonne liegen, dass es auf Kreta soooo anders abläuft (-lief). Schöne Geschichte! Danke dafür! Martina

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