Fründliche Scherereien

Märchenzeit

Ein Kommentar

Weihnachtszeit – Märchenzeit. Wenn der Prinz mit Aschenputtel tanzt, geht bei uns gar nichts mehr. Kein Mittagessen, kein Zähneputzen, kein Sonnenschein und auf gar keinen Fall ein Spaziergang, zumindest nicht bei den Kindern. Mein Mann und ich könnten in den 1,5 Stunden, die ein Film dauert, wahrscheinlich ohne Probleme einen Spaziergang unternehmen. Wenn wir wiederkämen, wären die Kinder immer noch versteinert in ihren Sesseln und hätten vermutlich das Atmen vergessen, wenn wir nicht ab und zu zwischendurch mal angerufen hätten.

Unerreicht immer noch die Fassung aus der damaligen Tschechoslowakei „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Die Prinzessin war aber auch herzallerliebst. Frech und hübsch. Und die Stiefmutter mit Aschenbrödels Stiefschwester so blöd und dummdreist wie man es sich nur wünschen kann. Die Bösen sind böse, die Guten sind gut. Und das Tollste ist: Man sieht es Ihnen auch sogleich an. In diesem Film haben auf jeden Fall die Frauen die Hosen an. Den beteiligten Männern fehlt es schlicht und ergreifend an Intelligenz. Wie der Prinz einfach nicht erkennt, wen er vor sich hat, war mir schon als Kind schleierhaft. Das sieht man doch, so durchsichtig wie der Schleier ist. Aber nun: Intelligenz hin oder her. Am Ende zählt, dass sie sich kriegen und mit fliegendem weißem Kleid durch den Schnee einer glücklichen Zukunft entgegenreiten. Und dass die Bösen selbstverständlich im Matsch landen und so ihr Fett wegkriegen.

Es ist halt ein Frauenfilm, was man schon daran sieht, dass mein Mann fluchtartig das Zimmer verlässt, wenn die Eingangsmusik ertönt. Doch das nützt ihm natürlich gar nichts. Denn auf allen Kanälen läuft der Film so an die gefühlten tausend Mal zu Weihnachten (wenn man Pech hat, auch schon vorher) und während man verzweifelt hin und her zappt, hat man gute Chancen am Ende durch kurze verschiedene Szenen doch den ganzen Film gesehen zu haben. Daher ist auch mein Mann erstaunlich gut informiert, was den Ablauf der Geschichte angeht. Überhaupt gehört an Weihnachten schon eine Menge männlicher Toleranz zum Fernsehprogramm: „Sissi“ in zwei verschiedenen Fassungen, eine melodramatischer als die andere, und natürlich auch in mehreren Teilen. Oder Barbie und die….Da muss man(n) ganz schön harte Nerven haben.

Nicht ganz so märchenhaft, aber unerreicht: „Weihnachten bei Hoppenstedts“ und „Familie Becker feiert Weihnachten“. Da rollen sich selbst dem spießigsten Spießbürger die Zehennägel hoch. Ach ja, die gute alte Zeit. Aber wir wollen nicht meckern. Mit der Lebenswirklichkeit der heutigen Generation hat das nur noch wenig zu tun. Und es gibt auch neue gute herzerwärmende Filme, die sogar männertauglich sind. Man muss nur mit „Der kleine Lord“ drohen, dann sind die meisten Männer zu fast allem bereit. Meiner hat schon oft damit gedroht, dass er eine Flachfilmbombe in den Fernseher einbaut. Hat er aber noch nicht getan. Ich befürchte auch, dass der Fernseher dann alle zwei Minuten explodieren würde, zumindest, wenn man tagsüber aus Versehen die privaten Kanäle ansteuert.

Also bleibt alles beim guten alten! Wir schauen dieses Jahr auf jeden Fall „Tatsächlich Liebe“, „Weihnachten bei den Griswolds“ und vielleicht sogar ein bißchen „Drei Haselnüss….“ Explosion. Krawumm, Bäng, Schepper, Leider kann ich nicht weiterschreiben. Die Flachfilmbombe hat zugeschlagen. Mein Computer ist grad explodiert. 😉 Syntax Error. Aus vorbei.

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Ein Kommentar zu “Märchenzeit

  1. Heute muss ich mich mal mit deinem Mann zusammen schließen: Also Drei Haselnüsse für Dingsbums und Der kleine haste nicht gesehen! I c h k a n n e s n i c h t m e h r s e h e n. Wenn ich schon die Titelmusik höre, dann könnte ich schon – deinen Mann anrufen, damit er dieses Krawummdings auch bei uns einbaut! 😉 Schön geschrieben, ich habe mich herrlich amüsiert! Und jetzt muss ich weg, den Fernseher anstellen – ach ne, das Traumschiff läuft ja erst morgen! Lach – einen schönen Abend und einen eben solchen 2. Feiertag! LG aus der Nachbarschaft! Martina

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