Fründliche Scherereien

Fluffy

2 Kommentare

Bis jetzt haben wir jedes Haustier noch verhindern können. Dennoch: es wurde seitens der Kinder schon gefeilscht bis zum Anschlag. Vom Pferd kamen wir auf den Hund, vom Hund zur Katze, von der Katze zum Kaninchen und/oder Meerschweinchen. Danach kam folgerichtig der Wellensittich, nein halt, erst zwei dann „bittte, bitte, bitte“ wenigstens einer. Als ich vorschlug, ein Aquarium anzuschaffen, gaben meine Kinder (erstmal) auf.

Dabei habe ich ein Geheimnis. Ich habe schon ein Haustier, ein sehr zeit- und kraftintensives. Es hört auf den Namen Fluffy, so wie der dreiköpfige Hund, der den Stein der Weisen bei Harry Potter bewachte. So ein Tier nenne ich auch mein eigen. Es fällt mich regelmäßig an, wenn ich mit guten Vorsätzen aus dem Haus trete. Dann dreht es durch, wirft sich auf mich und macht sich schwer, bis ich es nicht mehr aushalte, aufgebe und den Gang zurück ins Haus antrete. Damit es mich in Ruhe lässt, spendiere ich eine Tüte Chips und verschiebe meine Aktivitäten auf den nächsten Tag. Fluffy ist mein körpereigener bisweilen unüberwindlicher Schweinehund.

Mein Schweinehund verweigert regelmäßig alles, was gesund ist, anstrengend, keinen Spaß macht und stellt sich mit unglaublichen Ausreden in den Weg, wenn ich die Haustür zu einem sportlichen Spaziergang öffne und es regnet. Fluffy ist unheimlich wasserscheu, kälteempfindlich, steht auf Gyros mit Pommes und ist ein oder zwei Gläschen Wein nicht abgeneigt. Aber wehe ich komme ihm mit Sport. Dann dreht er durch, aber so was von.

Doch seit einem halben Jahr habe ich ihn an die Kette gelegt. Erst winselte er nur, wenn ich meine Walkingstöcke nahm. Dann verlegte er sich auf diverse Erkältungen, die mich davon abhalten sollten, meinen gesundheitlichen Pflichten nachzukommen. Mittlerweile hat er es kapiert und manchmal freut er sich sogar und applaudiert mir, wenn ich meine Runde duch die Felder gedreht habe. Er hat eingesehen, dass für ihn genug Zeit bleibt. Ich kann ja auch nicht immer für ihn da sein, das geht nun wirklich nicht. Das muss er einfach mal lernen. Wenn ich dann wieder nach Hause komme, steht er nunmehr fröhlich wedelnd in der Tür, bringt mir meine Socken und meine Zeitung und lässt sich nach getaner Ertüchtigung ausgiebig von mir kraulen. Erziehung ist halt alles. Auch und gerade bei Schweinehunden.

Advertisements

2 Kommentare zu “Fluffy

  1. Wurde dies allgemein bekannte und doch oft tot geschwiegene Haustier schon jemals so herrlich beschrieben?! Glückwunsch zur gelungenen Erziehung… 😉

    Gefällt mir

  2. Pingback: Alle Jahre wieder… | Fründliche Scherereien

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s