Fründliche Scherereien

Kleine Nachtmusik

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Erster Satz: Allegro. Auftakt zur kleinen Nachtmusik. 23.30 Uhr. Ich schalte nach ausgiebigem Lesegenuss das Licht aus und lausche noch kurz den stürmisch schlagenden Jalousien. Die ersten wummernden Basstöne einer in unmittelbarer Nachbarschaft stattfindenden Techno-Party begleiten mich robust in den Schlaf.

Zweiter Satz: Andante Nach zwei Stunden minderwertigen Schlafes der erste Weckruf der heimkehrenden Kirmesbesucher. Die Jungs kriegen sogar noch ein dreistimmiges Potpourri der besten Jahrmarktknaller auf die Reihe. Ich identifiziere einen lupenreinen Bass und zwei zweistimmige Tenöre.

Dritter Satz: Menuett. Wiederkehrende Geräusche aus dem Kinderzimmer. Dann ein langgezogenes „Paaaapiiiii“, gefolgt von einem Seufzen auf der linken Seite des Ehebettes. Der weltbeste Vater quält sich aus dem Bett. Klare Kompetenzzuweisung seitens des Kindes an den Vater „Meine Wasserflasche ist leer.“ Vorsichtshalber wird der Nachwuchs noch mal auf die Toilette gesetzt. Die mütterliche Wenigkeit schaut auf den Wecker 3.46 Uhr.

Letzter Satz: Rondo mit Höhepunkt 6.13 Uhr Sonntagmorgen. Ein riesiger Marienkäfer mit Herzgesicht und widerlich fröhlichem Grinsen taucht direkt vor meiner Nase auf und macht „Wuff“. Dahinter das freudestrahlende Gesicht meines Kindes. „Mama es ist schon ein ganz bisschen hell!“ Kalte Füßchen schlüpfen kompromissbereit unter die Bettdecke. Die mütterliche Wenigkeit versucht es noch einmal mit etwas Schlaf. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

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