Fründliche Scherereien


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Wie das Leben ist…

Kind 2 liegt abends im Bett und philosopiert über den Tag und die Nacht.

„Mama, der Tag ist ja eine wie eine Brücke zwischen der einen Nacht und der anderen!“

Ich bejahe: „Mm“.

„Mama,“ geht es weiter, “ und die Nacht ist wie eine Brücke zwischen dem einen und dem anderen Tag.“

Ich: „Stimmt!“

„Mama, irgendwie ist dann doch das ganze Leben wie eine Brücke, oder?“

Ich kann mich der Logik nicht ganz verschließen. 😉

(denn philosophisch und rechnerisch hatte es grad exakt 24 Stunden „überbrückt“ soszusagen. )

„Mama, und wenn man am Ende der Brücke angekommen ist, dann fällt man ins Wasser und stirbt“.

Ich: „Äh…“ (Irgendetwas sperrte sich in mir gegen diese coole und logische Betrachtungsweise)

„Ist der Tod tatsächlich so ein harter Cut, oder wollen wir die Brücke nicht lieber als einen Weg auf eine andere Seite von Leben betrachten?“

Vorsichtig versuchte ich, diesen Gedanken kurz vorm Schlafen noch anzubringen.

Kind 2 nickt: „Das ist auch eine gute Idee!“,

dreht sich um und schläft ein.

Erkenntnis dieses Abends: Lass Dir von einem Kind das Leben und den Tod erklären!

  Es ist nicht kompliziert!

 


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Antwort auf Martinas Post

Eine liebe Mitbloggerin hat einen sehr schönen Text auf Ihrer Seite veröffentlicht, den ich an dieser Stelle verlinke und auf den ich nicht in einem Kommentar antworten, sondern einen eigenen Beitrag danebenstellen möchte:

Wann ist Frieden möglich?

Du sprichst mir aus der Seele, liebe Martina.

Krieg ist leichter zu haben als Frieden. Man kann daran hervorragend verdienen und wenn man anfängt, Leben wieder in wert und unwert einzuteilen, dann muss man sich auch nicht wundern, wenn es an allen Ecken und Enden der Erde brennt.

Ich glaube, dass nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland viel passiert ist zu diesem Thema. Es hat eine Aufarbeitung gegeben bis in die heutige Zeit, die uns 70 Jahre Frieden und Wohlstand gebracht hat. Es macht mir auch Sorge, dass diese Aufarbeitung offensichtlich als abgeschlossen betrachtet wird und nicht weitergeführt wird in ein verändertes stabiles Gesellschaftsbild. Ich frage mich, ob die Menschen in unserem Land wirklich friedensmüde und bequem geworden sind. Gleichzeitig sehe ich eine große Polarität in der Gesellschaft. Da gibt es die eine Gruppe, die bereit ist, sich anzustrengen und für die Gesellschaft zu arbeiten – Menschen, die die Barmherzigkeit und Beziehungsarbeit nicht scheuen und nur eine kleine Stimme in den Medien bekommen, so als sei Ihre Arbeit nicht weiter der Rede wert, wenn nicht gar selbstverständlich. Auf der anderen Seite bilden sich Gruppen, die lauthals grölend immer wieder die gleichen Schwarz-Weiß-Lösungen in die Welt brüllen, die wie Unkraut auf den Boden fallen und sich eifrig vermehren.

Ich würde zum Thema „das Denken in den Köpfen verändern“ sogar noch einen Schritt weitergehen  Wir alle sind so wie wir nunmal sind und machen Fehler. Vielleicht liegt im Christentum der Focus darum auch auf der Vergebung. Wer sich und anderen vergeben kann, wer Fehler nicht zurechnet oder aufrechnet, der hat vorher gelernt, dass er selbst nicht perfekt ist. Vergebung ist mehr ein Dienst an uns selbst als ein Dienst an dem anderen.  Das ist der Schritt, der einen am Ende dann wirlich weiterbringt.(Schade, dass ausgerechnet die Egoisten zu dieser Sichtweise so wenig Zugang haben ;-). Das Anstrengende daran ist, dass Vergebung nicht wie ein Feuerwerk explodiert und dann alles wieder rosarot ist. Die Wunden bleiben und sie heilen nur, wenn man sie nicht immer wieder aufreißt. Manchmal hilft nur Abstand, vielleicht sogar lebenslang. Vergebung ist ein langer Prozess ähnlich wie Trauerarbeit. Sie muss sich entwickeln. Bisweilen dauert es Jahre. Vergebung ist nicht leicht zu haben. Sie erfordert innere Arbeit, den Willen zum Frieden, Einsicht und dann Loslassen.Und natürlich hat Vergebung auch einen Preis: Man gibt Macht auf und gewinnt Frieden dafür. Vermutlich muss man sich da tatsächlich für die eine oder die andere Seite entscheiden?! Gibt es Macht, die zum Frieden dient? Bin gespannt auf Antworten.

 

 


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Zwischen den Jahren ….

Die Kinder werden mit den Jahren vor Weihnachten nicht ruhiger, sondern mit jedem Jahr wird die Spannung in den Wochen vor dem großen Fest größer und größer, bis sie sich am Tag vor Weihnachten in der Regel in wilden Räumaktionen, Hüpfen, Springen, Streiten, Wutanfällen und Weinattacken austobt. Haben wir die Nacht vom 23. auf den 24.12. erst einmal hinter uns gebracht, rieselt die Besinnlichkeit aber meist wie frisch fallender Schnee auf unsere Familie. Auf einmal begreifen auch die hochgespannten Kinder wie wichtig ihnen die Ruhe vor dem großen Ereignis ist. Mit angezogenen Knien den Kopf fest unter die elterliche Schulter gekuschelt, lesen wir zum x-ten Mal wie die Herdmanns das Krippenspiel aufmischen, knabbern Kekse und warten aufs Christkind. Und dann endlich geht es los. Bescherung! Ritsche ratsche raschelt das Papier, schneidet die Schere zu fest gezogenes Geschenkband auseinander, werden Playmobilpackungen aufgerissen und Kleinteile kullern über den Boden. Im Sturm der Papiergirlanden und Weihnachtskarten versuchen die Eltern den Überblick zu behalten und glänzende Kinderaugen baden in Glitzerkugeln und Kerzenschein. Hach wie schön!

Drei Tage später haben wir alles geschafft: Verwandte besucht, mit Freunden telefoniert, Tannenbäume bewundert und Krippen bespielt. Wein getrunken und gut gegessen,  Geschenke transportiert, Playmobilkrankenhaus und Legowohnwagen unter mehr oder weniger großem Fluchen zusammengebaut.  Da telefoniere ich so zwischen den Jahren mit meiner Mutter, um schon mal Termine für das neue Jahr abzusprechen. Und nund kommt er, der ultimative fründliche Familienversprecher, der es zum Weihnachtswort des Jahres bringen wird, und unlöschbar für alle Ewigkeit auf der Liste der Weihnachtsrituale stehen wird.

 

Ich: „Bekannte von uns, die müssen im Februar noch in die Gerinnungsambulanz ins Krankenhaus.“

Meine Mutter: „(Schweigen)“

Ich: „Bist du noch da?“

Meine Mutter: „Ich bin ja nicht blöd, aber kannst du mir mal verraten, was das ist?“

Ich irritiert: „Ja aber das weißt Du doch?!“

Meine Mutter (leicht verwirrt): „Nein….?! Ich weiß nicht, was das sein soll!! Eine Besinnungsambulanz??!!!“

 

Nachdem wir wieder auf dem Stuhl saßen, von dem wir vor Lachen grad heruntergefallen waren, kam uns in den Sinn, dass das doch vor Weihnachten und in allen stressigen Zeiten ein wirklich coole Einrichtung wäre. Eine Besinnungsambulanz, wo man sein gerütteltes Herz und die genervte Seele mal kurz behandeln lassen könnte. Vor meinem geistigen Auge sehe ich gestresste Menschen, niedergeschmetterte und vom Schulalltag gefressene Kinder, Arbeitssuchende und Überarbeitete, Kranke und Fitnessbesessene zum Reset in die Besinnungsambulanz fahren. Aber vielleicht kann sich jeder ja auch seine eigene „Besinnungsambulanz“ schaffen, eine Art Insel im Alltag, die man aufsuchen kann, wenn man mal grad wieder einen klaren Kopf braucht oder alles über einem zusammenschlägt. In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen guten Start ins neue Jahr und ein wenig Besinnung aufs Wesentliche.


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Fründliche Weihnachtspanne – Fehlanzeige

Ich wollte schon immer was über das fründliche Tannenbaumaufstellen scheiben und hatte dazu schon eine entsprechende Überschrift gefunden: „Eskalationsstufen am Tannenbaum“. Leider klappte das Baumaufstellen in den letzten Jahren immer hervorragend. Baum in den Ständer gewuchtet, Drahtschlinge angezogen. „Isser schief?“ Allgemeine Begutachtung. „Nee, is grade!“ Dann give me Five und los ging’s mit Schmücken. Und was soll ich sagen? Dieses Jahr war es genauso! Wie enttäuschend. Keine Pannen für den fründlichen Blog, in denwn sich gestresste 2-Kind-Familien wiederfinden. Kein strömender Regen, während der Tannenbaum reingeholt wurde, keine Wasserlache auf dem Parkett, weil beim Gießen daneben- oder zuviel eingefüllt wurde. Kein zu weit abgesägter Stamm, keine unter der Decke klebende Tannenbaumspitze. Keine kaputten Glühbirnchen an der Lichterkette, die noch um 12.55 Uhr beim Elektriker des Vertrauens für viel Geld besorgt werden müssen. Keine Kugeln, die im Geschwisterstreit herunterfallen, in alle Richtungen splittern und mühsam unter dem Klavier hervorgekratzt werden müssen. Keine fehlendes Jesuskind für die Krippe. Nicht zum fünfzigsten Mal die „Weihnachtsbäckerei“ oder „Es schneit, es schneit, kommt alle aus dem Haus“, während zu aller Entsetzen draußen ein aprilmäßiger Frühlingsfön tobt und der Rasen sein dreckig-matschiges Grün zeigt. Ohne Murren wurden auf Anweisung Besen und Kehrblech geholt und Nadeln sorgsam aufgefegt. Das Abkleben der Glastür zur Weihnachtsstube klappte ohne unvorhergesehene Zwischenfälle, das Klebeband reichte, das Papier auch. Es war nach dem ins Bettgehen der Kinder noch genug Zeit, ein bißchen fernzusehen und dann die Tür zur Weihnachtsstube abzuschließen. Jetzt ist es Heiligabendmorgen und ich befürchte, wir haben unser weihnachtliches Pannenkontingent noch nicht aufgebraucht. Denn wir Eltern durften sogar ausschlafen! Vielleicht habe ich ja morgen etwas zu berichten. 😉

Ich wünsche allen lieben und treuen Leserrinnen und Lesern ein wunderschönesWeihnachtsfest im Kreise derer, die Ihr gern habt.

Lasst es Euch gutgehen!

 


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Denkt Euch…

 

Denkt Euch,

ich habe das Christkind gesehen.

Es kam aus dem Wald, das Mützchen voll Schnee

mit rotgefrorenem Näschen.

Die kleinen Hände taten ihm weh,

denn es trug einen Sack

der war gar schwer

schleppte und polterte hinter ihm her.

Was drin war, möchtet Ihr wissen?

Ihr Naseweise, ihr Schelmenpack!

Denkt ihr, er wäre offen der Sack?

Zugebunden bis obenhin

Doch war gewiss etwas Schönes drin!

Es roch so nach Äpfeln und Nüssen.

*

Denkt Euch, ich habe das Christkind gesehen

es kam aus der Stadt, das Mützchen, oh Graus.

Mit ausgefransten Handschuh’n,

die roten Finger schauten heraus.

Und es trug einen Sack, der war gar schwer

schleppte Decken und Tee und noch viel mehr

Warum denn, möchtet Ihr wissen?

Ihr Naseweise, ihr Schelmenpack!

Denkt Ihr, die unter der Brücke schlafen, werden vom Gaffen satt?

Zugedröhnt bis oben hin

und ohne Lebenssinn,

Spekulatius und Kissen.

*

Denkt Euch, ich habe das Christkind gesehen

es kam aus dem Heim, das Mützchen voll Gram

mit wundgesungenem Herzen

da gab es Kinder, die waren so arm

sie konnten nicht scherzen.

kein Haus mit Feuer im Kamin

oder Puppen im Arm.

Was wollte es dort, möchtet Ihr wissen?

Ihr Naseweise, ihr Schelmenpack!

Gesungen hat es mit Fiedel und Frack

und denen Freude gebracht mit Liedern,

die Liebe und Heimat vermissen.

*

Denk Dir, ich habe das Christkind gesehen

es schaute mich an, die Augen voll Weh

mit Malen an Händen und Füßen

Die Seele blutete ihm

denn es trug eine Last, die war gar schwer

schleppte und polterte hinter ihm her

Warum nur, möchtet Ihr wissen?

Ihr Naseweise, ihr Schelmenpack!

Gott hat sich selber zu uns aufgemacht!

Zu Weihnachten geschenkt seinen Sohn.

Bei den Hirten ist er angekommen schon:

das sollt Ihr zum Christfest noch wissen.

 

Die 1. Strophe dieses bekannten Weihnachtsgedichtes ist von Anna Ritter (1865 – 1921)

2. , 3. und 4. Strophe Tanja Fründ

 

 

 


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Drei Freunde

drei-freunde

Such Dir an Freunden

einen, der dir Mut macht einen Weg anzufangen

einen, der dir auf dem Weg hilft

und einen der dich tröstet und aufrichtet, wenn du fällst.

Mutmacher, Tröster, Helfer

die drei Feunde brauchst Du.

Wenn die Freude geht,

wenn der Frust besteht

und der Ärger weht

Such Dir an Freunden,

einen, der Dir Mut macht auf dem Weg

und einen, der helfend Dir zur Seite steht

und einen der Dich tröstet, wenn’s nicht mehr weitergeht.

Mit denen kannst Du Freundschaft wagen,

sie werden Dich durch’s Leben tragen.

(c Tanja Fründ)