Fründliche Scherereien


Ein Kommentar

Persönliche Größe

Man sagt von manchen Menschen,

sie seien stark.

Doch oft trügt der äußere Schein.

Nur der, der auch über innere Größe verfügt,

hält es aus, wenn das Leben an seiner Fassade kratzt.

Innere Größe nährt sich aus gewogener Toleranz,

selbstkritischem Verhalten,

Reflektionsfähigkeit

und Vergebungsbereitschaft.

Wenn das nicht vorhanden ist,

besteht die vermeintliche Stärke aus

Egoismus und Selbstverliebtheit

und gerät ins Wanken, wenn

Komplimente und Erfolge ausbleiben.

Rachsucht und Feindseligkeit sind die Folge.

Und am Ende bliebt die Einsamkeit und innerlich verzehrende Wut.

Vielleicht hat Jesus deshalb gesagt, wir sollen sieben mal siebzigmal vergeben.

Nicht damit die anderen billig entschuldet werden,

sondern damit wir loslassen und

Frieden schließen können.

(Tanja Fründ)

 


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Wenn ich mir die Welt anschaue….

Ein großes Ego geht oft einher mit viel Ahnungslosigkeit

und der fehlenden Bereitschaft, sich mit der Vielfalt der Welt

und ihren Abhängigkeiten auseinander zu setzen.

So halten sich die Dümmsten für die Größten,

blasen ihre kleine Welt auf,

begrenzen sie dann mit Mauern vor ihrem Tellerrand

und lassen ihr Ego wuchern,

bis es aus allen Nähten platzt.

Wenn es dann verpufft ist,

dürfen die Klugen die Scherben aufsammeln.

Das ist wahre Ungerechtigkeit.

Tanja Fründ

 


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Flash Mob

Neulich holte ich Kind 2 von der Schule ab. Beim Warten am Fahrradständer hatte ich den gesamten Schulhof gut im Blick. Es war Pause und es tobte das pralle Leben. Eine dicke Box beschallte den Pausenhof mit Mucke und Kinder und Pausenaufsicht in grell-orangener Bauarbeiterwarnweste tanzten zusammen den Gangnam-Style. Eltern blickten sich irritiert an. Einige schüttelten die Köpfe, andere wippten mit. Wir in Ostwestfalen sind nicht so spontan, wir würden uns niemals ohne 10-fache Aufforderung und 20 Gläsern Schnaps einer Street-Dance-Gruppe anschließen. Dazu brauchen wir eine mentale Ausnahmegenehmigung, ein Hinweisschild und eine Freistellungserklärung. 😉 Ich musste lange auf mein Kind warten. Als die Pause zu Ende war, kam ein völlig verschwitztes Grundschulkind bei mir an, warf atemlos seinen Ranzen auf die Erde, fuhr sich mit der Hand über die feuchte Stirn und rief: “ Stell Dir vor, wir haben heute in jeder Pause einen Flash Mob getanzt!“

Aha!

Was soll das sein? Schrubbertanz mit Break Dance Elementen? Ich war mir nicht ganz sicher, aber ich meine zu wissen, dass es sich dabei um ein getarnt zufälliges Aufeinandertreffen von mehreren Leuten z. b. in einer U-Bahn-Halle handelt, die gemeinsam aus der Masse heraus den Gefangenenchor von Nabucco anstimmen. Oder so, oder?

Wikipedia:

Der Begriff Flashmob (englisch flash mob; flash „Blitz“, mob „aufgewiegelte Volksmenge“ [von lateinisch mobile vulgus „reizbare Volksmenge“[1]]) bezeichnet einen kurzen, scheinbar spontanen Menschenauflauf auf öffentlichen oder halböffentlichen Plätzen, bei denen sich die Teilnehmer persönlich nicht kennen und ungewöhnliche Dinge tun. Flashmobs gelten als spezielle Ausprägungsformen der virtuellen Gesellschaft (virtual community, Online-Community), die neue Medien wie Mobiltelefone und Internet benutzt, um kollektive direkte Aktionen zu organisieren.

Ich befragte mein Kind interessehalber, was es denn meinen würde, was ein Flash Mob sei. Die Antwort kam sehr präzise und sehr schnell: „Also Mama, das ist doch klar. Wir machen spontan einen Tanz auf dem Schulhof oder was anderes zusammen, wo jeder mitmachen kann.“ Mhm!

Es fuhr fort: „Außerdem machen wir das doch auch jedes Wochenende!“

„Was bitte machen wir jedes Wochenende?“ fragte ich sicherheitshalber noch mal nach.

„Na z. B. wenn wir am Wochenende einkaufen gehen, dann machen wir spontan mit vielen anderen Leuten das Gleiche. Wir kaufen ein. Jeder kann mitmachen!“ erklärte mir mein Kind.

Ah ja. Jetzt fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Wenn ich also am Wochenende morgens um 10.00 Uhr mit 500 aufgewiegelten Menschen bei Aldi an der Kasse stehe, dann ist das per Definition ein Flash Mob. Das einzige Kriterium, was noch fehlt, ist die Tatsache, dass ich mich mit keinem von den Anwesenden virtuell abgesprochen habe. Und die einzig ungewöhnliche Aktion, die ich anführen könnte, ist die Tatsache, dass es doch immer wieder Menschen gibt, die es mit einem Teil Ware in der Hand und dem Organ eines Händlers vom Hamburger Fischmarkt bis vorne an die Pole Position des Kassenbandes schaffen. Und die Schlange weicht verständnisvoll unter zustimmendem Gemurmelgesäusel. Eine ungewöhnlichere Aktion kann man von Ostwestfalen an einem Samstagmorgen bei Aldi nicht erwarten.

Jedenfalls nicht so, wie die folgenden Typen in München abgerockt haben:


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Heuschnupfen-Gedicht

Hurra, Hurra der Lenz ist da.

Die Kinder schreien all: „Hurra!“

Die Blumen blühen auf der Wiese

weshalb ich ständig ganz doll niese.

 

Hurra Hurra der Lenz ist da.

Die Hasen springen hoppsasa.

Bei mit springt Schnupfen aus der Nase,

wenn ich im Hain der Hasel fasel.

 

Hurra, Hurra der Lenz ist da.

Die Fischlein schwimmen lustig da,

wo hell die Bächlein fließen.

Und ich? Ich muss noch immer niesen.

 

Hurra Hurra der Lenz ist da.

Die Menschen lieben sich gar wunderbar.

Nur ich bekomme keinen Kuss,

weil ich immer schnupfen muss.

 

Hurra Hurra der Lenz ist da.

Die Bienen summen summsasa.

Sie vermehren die Pollen in der Natur,

bei mir vermehrt sich der Tränenfluss nur.

 

Hurra, Hurra, der Frühling geht,

wenn bald ein Sommerlüftchen weht,

der Lenz, der Lenz, der ist vorbei

und bald schon blüht die Akelei

 

und Gräser, Gerste, Raps und Mohn

und Weizen und Roggen, die kommen auch schon,

dazu noch Kornblume und Spitzwegerich

und Gänsekraut, Buche und Knöterich.

 

Brennessel, Ambrosia und Beifuß

läuten ein des Sommers Schluss.

Und endlich, wenn der erste Herbstwind weht,

ist die Zeit, wenn der Heuschnupfen geht.

 

Hurra Hurra nun brenn ich mir aus Gerste und Raps

denn wohlverdienten Allheilmittelschnaps,

und gehe gestärkt in die Winterzeit,

wo ich mir ohne Zeit zu verlieren

einhole die ersten Grippeviren.

Die dauern so dann ungefähr bis Mai.

Dann ist die Grippezeit vorbei.

Dann gilt es wieder: Hurra!!!

Der Lenz, der Lenz, der Lenz ist da!

 

(Tanja Fründ)

 

 

 

 

 

 


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Wie das Leben ist…

Kind 2 liegt abends im Bett und philosopiert über den Tag und die Nacht.

„Mama, der Tag ist ja eine wie eine Brücke zwischen der einen Nacht und der anderen!“

Ich bejahe: „Mm“.

„Mama,“ geht es weiter, “ und die Nacht ist wie eine Brücke zwischen dem einen und dem anderen Tag.“

Ich: „Stimmt!“

„Mama, irgendwie ist dann doch das ganze Leben wie eine Brücke, oder?“

Ich kann mich der Logik nicht ganz verschließen. 😉

(denn philosophisch und rechnerisch hatte es grad exakt 24 Stunden „überbrückt“ soszusagen. )

„Mama, und wenn man am Ende der Brücke angekommen ist, dann fällt man ins Wasser und stirbt“.

Ich: „Äh…“ (Irgendetwas sperrte sich in mir gegen diese coole und logische Betrachtungsweise)

„Ist der Tod tatsächlich so ein harter Cut, oder wollen wir die Brücke nicht lieber als einen Weg auf eine andere Seite von Leben betrachten?“

Vorsichtig versuchte ich, diesen Gedanken kurz vorm Schlafen noch anzubringen.

Kind 2 nickt: „Das ist auch eine gute Idee!“,

dreht sich um und schläft ein.

Erkenntnis dieses Abends: Lass Dir von einem Kind das Leben und den Tod erklären!

  Es ist nicht kompliziert!