Fründliche Scherereien


Ein Kommentar

Begleiten statt helfen

Mit einem schwerkranken Menschen umzugehen heißt, nicht helfen zu können. Diese Unbeholfenheit einzugestehen und daraus eine liebevolle Begleitung gedeihen zu lassen, ist der Schlüssel zum Kranken und zu eigenen Seele.

 

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Ich kann Dir nicht helfen

ich kann Dich nicht heilen

doch ich kann

Dir ein Kissen aufschütteln

einen Tee bringen

ein Fenster öffnen

eine Geschichte vorlesen

Deine Hand halten

Dir von mir erzählen

mir von Dir erzählen lassen

an Deinem Bett sitzen

mit Dir schweigen

Dir eine Karte schreiben

und einen Blumenstrauß schicken

Dich grüßen lassen

und Dich in meinem Herzen halten

und ehrlich mit Dir sein

meine Grenzen aussprechen

und meine Möglichkeiten ansprechen

meine Stärke

auf Deine Schwäche angleichen

und genießen, dass ich bei Dir sein kann

weil Du als Mensch mir wichtig bist

weil Deine Schwäche mir zeigt,

dass es Wichtigeres im Leben gibt

als Erfolg, Leistung und Anerkennung.

(Tanja Fründ)

 

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Ein Kommentar

Weihnachten ist….

Hirten und Engel

 

Weihnachten ist,

wenn Menschen für ein paar Stunden

ihre Betriebsamkeit hinten an stellen

und ganz im Moment verweilen

wenn bittere Menschen, die sich nichts zu sagen haben,

friedlich miteinander schweigen

wenn Menschen, die sich fremd geworden sind,

einander einmal in die Augen sehen

wenn die Vergangenheit und Zukunft

sich unterm Weihnachtsbaum berühren

wenn das Staunen über das Zur-Welt-Kommen eines Kindes

den Schmerz über die eigene Vergänglichkeit lindert

c/o Tanja Fründ (Dez. 2017)

 

 

 


Ein Kommentar

Oh Du fröhliche

Weihnachten ist,

wenn viel zu große Autos

auf viel zu kleinen Parkplätzen parken

Weihnachten ist,

wenn viel zu viele Leute

auf viel zu wenigen Rolltreppen fahren

Weihnachten ist,

wenn viel zu viele Atheisten

am Heiligabend in der Kirche in der ersten Reihe sitzen wollen

Weihnachten ist,

wenn viel zu viel zu essen

in viel zu kleinen Mägen landet

Weihnachten ist,

wenn viel zu große Reden

aus viel zu kleingeistigen Mündern kommen

Weihnachten

Tanja Fründ

 

 

 


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Glück ist, wenn man Kinder hat und starke Nerven

Kind 2 eben: „Mama ich schenk Dir einen Cent!“

Ich:“Wo hast Du denn den her?“

Kind2: “ Den hab ich aus meinem Portemonnaie geholt. Dafür dass Du immer zu essen für uns kochst.“

Ich gerührt:“ Das ist aber lieb. Ein Glückscent für die Mama.“

Kind2 grinst mich an: “ Jaja, damit Du, weil ich ja manchmal das nicht mag….also dass Du mal mehr Glück beim Kochen hast.“


2 Kommentare

Phrasen

phrasendrescherei

wie geht’s dir denn? ach ja, ganz gut.

man schlägt sich durch

ja man braucht mut

das leben ist ja oft so schwer

geduld, geduld das wird schon wieder

kopf hoch und mach dich nicht so klein

schlag doch nicht gleich die augen nieder

so schlimm wird’s schon nicht sein

rom wurde nicht an einem tag erbaut

wirf doch nicht gleich die flint ins korn

schlau ist, wer immer nur nach vorne schaut

fängst einfach nochmal an von vorn

du musst nur mehr auf gott vertrauen

dann wird gleich alles leichter sein

du musst nur positiv ins leben schauen

und nicht so schrecklich pessimistisch sein

nach jeder nacht folgt neues licht

die sonne scheint nach jedem regen

jetzt sag nur noch, das glaubst du nicht

musst dich gedanklich einfach mehr bewegen

na komm, wer fällt muss aufsteh‘n

dein Weinen nützt hier gar nicht viel

probleme muss man sich nur anseh’n

und dann lösen schau so geht das lebensspiel

so gut gemeint dies reden ist

den richt‘gen ton trifft man so selten

denn wenn ich gar nicht weiß, was sache ist

dann trennen mich vom nächsten welten

ein lieber blick ein händedruck

sagt mehr als tausend worte

„Ich hör Dir zu.“ das ist genug

es öffnet manche herzenspforte

Tanja Fründ


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Für die grauen Tage

 

Glück ist meist nie von langer Dauer,

doch jede Sekunde voll von Glück hinterlässt eine Spur in unserem Inneren.

So wie Frederic, die Maus, Farben sammelt für den grauen Winter

und daraus Hoffnung erschafft für die anderen Mäuse,

so können auch wir Menschen

immer wieder kleine Portionen Glück

in unserer Seele anhäufeln.

Wenn schlechte Tage kommen, sollten wir wissen,

wo wir die Glückstage in unserem Seelenkämmerchen verwahrt haben.

Darum genieß das Glück, das Du findest, in vollen Zügen.

Umso stärker ist die Spur der Erinnerung, die es hinterlässt.

Auf diese Spur kannst Du bisweilen ausweichen, wenn schlimme Tage kommen.

Es macht die schlechten Tage nicht ungeschehen, aber es nimmt ihnen ein wenig von der Schwere.

und gibt Hoffnung, dass auch wieder Gutes auf Dich zukommen wird.

(Tanja Fründ)

 

 

An dieser Stelle möchte ich ein sehr schönes Lieder verlinken,

das schon uralt ist (Jonathan und Laurent) und diese Gedanken vom Farben sammeln aufnimmt.

„Farben für den Winter“